Depression Symptome-Angstzustände und Panikattacken

 

Depression Symptome-Angstzustände und Panikattacken erkennen, Hintergründe durchschauen, Heilung suchen

In Deutschland wird die Zahl der an Depressionen erkrankten Menschen auf rund 4,1 -5,3 Millionen geschätzt. Psychische Erkrankungen sind mittlerweile der dritthäufigste Grund für Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Wie kommt es zu der Erkrankung, was sind Depression Symptome und welche Chancen auf Heilung bestehen für Erkrankte?

 

Was ist eine Depression?

 

 

Kennzeichnend für die seelische Erkrankung ist ein Gefühl tiefer Traurigkeit, aus dem eine allgemeine Antriebslosigkeit erwächst. Das „Down“- Gefühl vergeht nicht. Es lähmt das gesamte Erleben und befällt Menschen, die plötzlich ständig negativ verstimmt sind, obwohl wir sie ganz anders kennen.

 

Wie beschreibt der Arzt die Erkrankung?

 

 

Mediziner unterscheiden je nach Dauer, Intensität und Verlauf drei Typen der Erkrankung :

 

• leichte 

• mittelschwere 

• schwere 

 

Depressionen. 

 

Lässt sich eine aktuelle Herausforderung für das seelische Gleichgewicht erkennen, spricht der Arzt mitunter auch von einer Anpassungsstörung. Eine Anpassungsstörung klingt aber normalerweise nach spätestens sechs Monaten ab. 

 

Depression Symptome

 

 

• tiefe Trauer

• Niedergeschlagenheit, plötzliche Tränen- oder Wutausbrüche

• Gereiztheit

• Aggression

• Antriebslosigkeit, Interessens- und Energieverlust

• Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit oder übermäßiger Schlaf

• Müdigkeit

• Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen

• Appetitverlust

• innere Unruhe, Angst

• Wahnvorstellungen und Halluzinationen

• Selbstmordgedanken, Suizidversuche

 

Holzfigur

 

Wenn Depressionen dem Körper zusetzen

 

 

Betroffene, die unter gedrückter Stimmung leiden, können ihr Unglücklichsein meist nicht begründen. Mitunter gehen mit dem emotionalen Tief körperliche Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Beschwerden(erfahre HIER mehr über Herzkreislaufstörungen), Rücken- oder Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme einher. Wer derartige Symptome kurieren will, geht das eigentliche Problem nicht an der Wurzel an. Wird aber die depressive Grunderkrankung erfolgreich behandelt, verschwinden auch die körperlichen Beschwerden wieder.

 

Wie erleben Betroffene depressive Phasen?

 

 

Menschen, die an Depressionen erkranken, sind oft davon überzeugt, versagt zu haben oder Aufgaben nicht gewachsen zu sein. Typisch ist beispielsweise die Annahme, nicht gut für die eigenen Kinder zu sein oder zu Recht von einem Menschen, den man liebt, verlassen zu werden. Oft bezieht sich das Gefühl des Versagens auf eine konkrete Situation. Das kann durchaus eine Alltagssituation sein wie der Einkauf im Supermarkt oder die Fahrt mit dem Bus.Angstzustände und Panikattacken können oft mit ein Grund dafür sein, dass man sich immer weiter aus dem sozialem Leben zurückzieht

 

Das Selbstvertrauen ist wie ausradiert - Die Angst nimmt zu

 

 

Der Gedanke, dass Du solche Dinge vor Beginn der Depressionserkrankung problemlos geschafft hast und solche Befürchtungen nie existierten, ist jetzt wie ausgelöscht. Auch oder gerade, weil es sich um bekannte Aufgaben handelt, steigerst Du Dich als Betroffener in den Gedanken hinein, nicht einmal die einfachsten Tätigkeiten zu schaffen. Und das zieht Dich zusätzlich runter. Wird die Angst vor dem Scheitern übermächtig, holen Dich oft zusätzlich noch Panikattacken ein.

 

Wer kann an Depressionen erkranken?

 

 

Depressionen können Menschen jedes Alters und jedes Geschlechts betreffen. Oft setzen sie im Alter zwischen zehn und dreißig Jahren ein. Die Tatsache, dass statistisch häufiger Frauen diagnostiziert werden, wird darauf zurückgeführt, dass Männer aus Scham den Weg in eine Behandlung vielfach scheuen. 

 

Wie entsteht eine Depression?

 

Noch ist keine eindeutige Ursache für die Erkrankung ausgemacht. Vermutlich entstehen Depressionen aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Ihr jeweiliger Einfluss kann unterschiedlich hoch sein. Außerdem muss eine sogenannte Vulnerabilität der Betroffenen vorliegen. Das bedeutet, dass bestimmte Faktoren Depressive besonders verletzlich machen und sie anfällig für einen Ausbruch der Krankheit machen.

 

Wer ist besonders gefährdet?

 

 

• Frauen in einer Schwangerschaft und in den Monaten nach der Geburt.

• Menschen, in deren Familie Angehörige bereits an Depressionen erkrankt sind.

• Menschen, die sich besonders selbstkritisch sehen, was oft mit einem geringen Selbstwertgefühl einhergeht.

• Menschen, die traumatische Ereignisse wie körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt haben.

• Menschen, die den Tod oder Verlust einer geliebten Person verwinden müssen.

• Menschen, die finanzielle Probleme haben oder anderen belastenden Situationen ausgesetzt sind.

• Menschen, die zusätzlich von einer Suchterkrankung betroffen sind oder waren.

 

Stress als Krankmacher- verletzliche Menschen sind besonders gefährdet

 

 

Weniger widerstandsfähige Menschen macht schon wenig Stress krank. Andere Menschen können auch mit schweren Schicksalsschlägen einfacher umgehen. Wenn der Stress zunimmt oder eine einschneidende Lebenserfahrung Dich mitnimmt, steigt Dein Risiko zu erkranken. Solche Situationen können ein Jobverlust, der Eintritt in die Rente, die Pubertät, eine Trennung aber auch die Hochzeit, eine Schwangerschaft, die Geburt des Kindes oder eine Beförderung sein.

 

Wenn der Botenstoffwechsel des Gehirns gestört ist

 

 

Stimmungsschwankungen werden von den veränderlichen Zuständen ausgelöst, in denen sich die Biochemie unserer Gehirnflüssigkeit befindet. Ein Mix aus Botenstoffen signalisiert Deinem Gehirn, wie Dein Körper auf Wahrnehmungen reagieren und wie Du Dich fühlen sollst. Im steten Wechsel erzeugt der biochemische Cocktail Hochgefühle und Tiefs. Ein gesundes Gleichgewicht der Neurotransmitter spielt daher sowohl bei der Entstehung als auch der Therapie von Depressionen eine wichtige Rolle. 

 

Medikamente und Drogen können Einfluss auf die Gehirnchemie haben

 

 

Auch Dein Hormonhaushalt nimmt Einfluss auf Dein Nerven- und Gefühlskostüm. Hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenunter- oder -überfunktion können Depressionen auslösen. Schwer oder chronisch kranke Menschen entwickeln besonders häufig Depressionen. Den Nebenwirkungen von bei Diabetes oder Krebs verabreichten Medikamenten wird eine Rolle bei der Entstehung depressiver Erkrankungen zugeschrieben. Veränderungen an der Hirnchemie kann auch der Konsum von Drogen wie Alkohol oder Cannabis hervorrufen. 

 

Genetische Veranlagung

 

 

Dass genetische Einflüsse das Auftreten der Erkrankung begünstigen, wurde durch Zwillings- und Adoptionsstudien belegt. Bei vielen Patienten, die an Depressionen und Angststörungen leiden, ist ein bestimmtes Gen im limbischen System, dem emotionalen Zentrum des Gehirns, kürzer als bei anderen Menschen. Dieses Gen hat wesentlichen Einfluss auf den Transport von Serotonin und wirkt auf den Spiegel dieses Botenstoffs ein. Forscher gehen davon aus, dass Menschen mit der kürzeren Genvariante anfälliger für Depressionen sind. 30 % aller Angsterkrankungen sollen auf das abweichende Gen zurückzuführen sein.

 

 

Mann erstacht

 

Depression Symptome: Angstzustände und Panikattacken

 

 

Angst ist eine typische Folgereaktion auf Stress und seelische Strapazen. Bei nahezu allen psychischen Erkrankungen ist Angst eine häufige Begleiterscheinung.

Warum Symptome von Depressionen oft Angstzustände und Panikattacken sind.

Angst und Stress lösen im Körper vergleichbare Reaktionen aus. Bei andauernder Belastung reagiert Dein Körper auf Stress genauso, als hättest Du Angst. Auch, wenn Du eigentlich unter Stress leidest, wirst Du das bedrückende Gefühl eher als Angst wiedererkennen, einordnen oder benennen.

 

Angst zu fühlen ist oft einfacher, als dem Stress die Stirn zu bieten

 

 

Angst lässt Dich Stress sehr konkret und unmittelbar erleben. Dass Du überfordert bist, kannst Du Dir vielleicht nur schwer eingestehen. Wächst die Belastung, und der Druck bleibt konstant hoch, reagiert Dein Körper mit ängstlicher Angespanntheit oder entlädt die angestauten Angstgefühle in einer Panikattacke. Jede Aufgabe kann jetzt Angst und Panik auslösen. Für Deinen Körper ist das nur ein einfacher Weg, seiner Befindlichkeit einen real spürbaren Ausdruck zu geben.

 

Was ist Angst?

 

 

Angst ist in das Gefühl, das Du erlebst, wenn Dein Körper eine automatische Schutzreaktion auslöst. Ganz ohne nachzudenken, wird der Prozess von der Amygdala im Zentrum des limbischen Systems gesteuert. Angst ist das Wort für den Zustand, den Du erlebst, wenn Dein Gehirn biochemische Informationen aussendet, die Deinen Körper in einen Alarmzustand versetzen, der für erhöhte Aufmerksamkeit sorgt und Dein Schmerzempfinden reduziert.

 

Aus Angst wird Panik

 

 

Als Urmensch hättest Du auf ein solches Alarmsignal instinktiv mit Flucht reagiert. Dein Körper macht sich immer noch dazu bereit. Dein Herz schlägt schneller, Dein Blutdruck steigt. Ist Flucht keine Alternative, reagierst Du aus Selbstschutz mit einer Schockstarre. Entlädt sich schließlich die Angst, reagierst Du panisch. 

 

Was sind Panikattacken?

 

 

Panikattacken gehen mit körperlichen Symptomen wie Zittern, Schwitzen, Unruhe, Beklommenheit und Atemnot einher. Wiederholen sich diese Zustände, kann sich die Angst als konkrete Phobie vor bestimmten Dingen, Situationen oder Tieren festsetzen. Die Panikattacke tritt dann in den angstbesetzten Situationen immer wieder auf.

 

Was kannst Du bei Depressionen und Angstattacken tun?

 

 

Langfristig erzielen Psychotherapie gute Behandlungserfolge. Allerdings ist es oft so, dass depressive Episoden sich wiederholen. Von einem schnellen Heilerfolg ist daher nicht auszugehen. Je schwerer eine die Erkrankung ist, desto notwendiger ist der Einsatz von Medikamenten.

 

 

Wie können Medikamente helfen?

 

 

Als Ärzte beobachteten, dass in vielen Fällen der Botenstoffhaushalt von depressiven Patienten gestört war, vermuteten sie natürlich einen Zusammenhang zwischen Depressionen und der Hirnchemie. Versuche ergaben folgendes: Wird der Abbau der Hirnbotenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin künstlich gestoppt, hellt sich die Stimmung der Betroffenen auf. Alle heute verabreichten Medikamente sorgen daher dafür, dass die im Hirn vorhandenen Botenstoffe nur langsam vom Hirn abgebaut werden.

 

Welche Medikamente helfen?

 

 

In etwa 75 % aller Fälle reagieren Betroffene positiv auf die Erstbehandlung mit Antidepressiva. Oft braucht es aber längerer, ärztlicher Beobachtung, um die für den Einzelnen am besten geeignete Medikamentation zu finden.

 

Serotoninrückaufnahme-Inhibitoren

 

 

Serotoninrückaufnahme-Inhibitoren, abgekürzt SSRIs, sind die am häufigsten verschriebenen Antidepressiva. Sie verlangsamen die Aufnahmen von Serotonin, dem sogenannten „Glückshormon“. Ist der Serotonin-Spiegel in der Gehirnflüssigkeit hoch, wirkt das stimmungsaufhellend.

 

Trizyklische Antidepressiva

 

 

Trizyklische Antidepressiva verhindern die Wiederaufnahme von Serotonin oder Noradrenalin-Botenstoffmolekülen durch die Nervenzellen. Auch diese Medikamentation zielt also darauf ab, die Botenstoffversorgung des Gehirns künstlich zu erhöhen. Noradrenalin ist am Aufbau von Dopamin beteiligt, das ebenfalls zu den „Glückshormonen“ zählt.

 

Viele antidepressive Medikamente haben zusätzlich eine angsthemmende Wirkung, die Dich unterstützt, wenn Du an Panikattacken leidest. Depressionen werden am erfolgreichsten mit antidepressiven Medikamenten in Kombination mit einer begleitenden Psychotherapie behandelt.

 

Wie kann ein Therapeut helfen?

 

 

Im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie entwickelt der Patient zusammen mit dem Therapeuten, Wege, negative Gedanken durch positive Gedanken zu ersetzen. Der Therapeut hilft, zu erkennen, welchen Zweck die „negativen“ und angstauslösenden Gedanken für den Depressiven haben. Angeleitet durch den Therapeuten versucht der Patient, die körperlichen und geistigen Angstsymptome in einem kontrollierten Umfeld bewusst zuzulassen und sich auf die Achterbahnfahrt mit den eigenen Gefühlen einzulassen.

 

Achterbahn

 

Verlauf und Heilung depressiver Erkrankungen

 

 

Insbesondere für Menschen, die frühzeitig Hilfe suchen, eine Behandlung beginnen und sie konsequent fortsetzen, wird die depressive Phase tatsächlich eine Episode bleiben.

Rund 25 % der Betroffenen erleben keinen Rückfall. Ihnen gelingt es, die Depression zu durchbrechen. In etwa 75 % aller Fälle treten depressive Episoden wiederholt wiederholt auf - zwischen ihnen können Abstände von Monaten oder sogar Jahren liegen. 

 

Du leidest an den beschriebenen Symptomen? Du beobachtest die Symptome an einer Person, die Du kennst?

 

 

Je früher ein Betroffener sich in ärztliche Behandlung gibt und sich behandeln lässt, desto besser sind die Chancen, schnell aus der Situation herauszufinden. Die Suizidgefahr bei Erkrankten ist sehr hoch. Etwa 15 % der Betroffenen nehmen sich das Leben. Umso wichtiger ist es, Hilfe zu suchen!

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